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Das Erfolgsrezept von Walt Disney

Denk mal anders!

Das Erfolgsrezept von Walt Disney

«Anders denken ist leichter gesagt als getan.»

Wer schafft es schon, aus den eigenen Schuhen herauszukommen? Viele Kreativitätstechniken setzen genau an dieser Stelle an, wie etwa „die drei Stühle“ von Walt Disney, dem Erfinder der Mickey Mouse.

Wann immer er mit seinen Ideen weiter voran kommen wollte, stellte er drei Stühle auf. Jeder Stuhl symbolisiert eine andere Perspektive:

  • Stuhl 1 steht für den Träumer
  • Stuhl 2 für den Realisten
  • Stuhl 3 für den Kritiker

Manchmal hat er noch einen vierten, neutralen Stuhl zugefügt. Walt Disney nahm auf jedem Stuhl einmal Platz und dachte im Sinne der jeweils zugeschriebenen Perspektive über seine Idee nach. So konnte er seine Idee von allen Seiten beleuchten und sich zu jedem Zeitpunkt auf eine Sicht zu konzentrieren.

Abstand gewinnen, eine neue Sichtweise einnehmen

Vielleicht versuchen Sie es einmal selbst? Im Alltag treffen wir auf unzählige Situationen, in denen wir unseren Denkrahmen erweitern sollten oder müssten. Oft fehlt es an einem neuen Blickwinkel, an einer neuen Sichtweise, am Mut, neue Wege zu gehen. So bleibt alles beim Alten, frei nach dem Motto von Henry Ford: „Wer immer das Gleiche tut, wird immer das Gleiche bekommen.“

Im Coaching wird die Frage nach einer neuen Sichtweise virulent, denn Coaching ist nichts anderes als ein gestützter Denkprozess mit dem Ziel, die Gedankenwelt zu erweitern. Die übergeordnete Sichtweise einzunehmen, die sogenannte Metaebene, gerät zum Um und Auf. Sie ermöglicht es, unbefangen über Situationen und Gegebenheiten zu reflektieren.

Der Abstand ist unabdingbar. Denn nur so gelingt es, aus Verhaltensweisen, Handlungen, Reaktion und Wertungen Schlussfolgerungen zu ziehen. Es darf ein «Denk Raum» entstehen!

Der Coach hat die Aufgabe, sich auf sein Gegenüber einzulassen mit dem Ziel, dessen Denkprozesse und -muster zu verstehen. Er will außerdem mit einfühlendem Fragen dessen Weltsicht erweitern.

Ein „Out-of-the-Box“-Denken, das Erkennen und Loslassen von eigenen Begrenzungen und das Formulieren einer umsetzbaren Lösung, werden nur so möglich.

Der erste Anschein trügt allzu oft

Häufig kommen Kunden mit einer scheinbar klaren Fragestellung ins Coaching und präsentieren ihr Thema. In der ersten Phase stellt der Coach Rückfragen und öffnet den Kunden für eine ganzheitliche Betrachtung. Der Kunde zählt daraufhin in der Regel unzählige Gelegenheiten auf, in denen sich das gleiche Muster abspielt.

Diese Phase ist wichtig, denn dem Kunden wird hier die Bedeutung seiner Frage bewusst. Er erkennt das wahre Gewicht, denn ihm wird deutlich, wie häufig er die Situationen erlebt und wie sehr sie seinen Alltag einschränkt. Nur mit Hilfe des Coachs kann er Licht ins Dunkel bringen. Eigene blinde Flecken sieht man eben nicht. Nur mit dem Coach kommt er in dieser Fragestellung weiter.

Das Ziel hinter dem Ziel verstehen

Sicher kennen Sie den Satz, der Mark Twain zugeschrieben ist: „Wenn dein einziges Werkzeug ein Hammer ist, so wirst du jedes Problem als Nagel betrachten.“ Paul Watzlawick hat diesen Satz aufgegriffen und eine tolle Geschichte geschrieben. Sie zeigt mit großer Klarheit, wie unser Denken unser Handeln bestimmt. Und sie illustriert, wie es gelingt, die Denk-Welt des Kunden auszuleuchten.

Eine Person möchte ein Bild aufhängen. Dazu braucht sie eine Wand, Nägel, einen Hammer und natürlich ein Bild.

Nimmt der Coach die zuerst präsentierte Frage des Kunden einfach hin, hängt am Schluss das Bild an der Wand. Doch das Ziel hinter dem Ziel, das wirkliche Thema, bleibt ungeklärt.

Der Coach muss deshalb weiter fragen: Warum wo wann und wozu will der Kunde das Bild aufhängen? Hängt er es selbst auf? Will er den Raum verschönern? Handelt es sich um ein bekanntes Kunstwerk? Ein Erbstück der Familie? Oder hat er es selbst gemalt: Dann ist er vielleicht dankbar für seine Begabungen und Fertigkeiten?

Energie für den nächsten Schritt

Viele weitere Beispiele für Fragen wären möglich. Doch worum geht es mir? Die Wahrnehmung der gestellten Frage und deren Gewichtung bestimmen das Gesprächsresultat im Coaching. Zu oft geben wir uns mit dem Vordergrund zufrieden. Wir bleiben in Wahrheit bei der Nebensache. Als Coach versuche ich jedoch, den ganzen Raum zu erhellen anstatt mich nur auf „das Bild“ zu fokussieren.

Fragen helfen dem Kunden, das „Gefängnis der eigenen Gedanken“ zu verlassen. Durch das Hinterfragen der Motive werden die Ziele hinter dem Ziel klar. So wird Energie frei, die zuvor nicht nutzbar war und es entsteht ein gedanklicher Freiraum. Der nächste Schritt wird möglich.