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der Coach

Coaching ist kontinuierlich auf dem Weg, sich als dasjenige Beratungsformat des 21. Jahrhunderts zu etablieren

Die zunehmende Nachfrage, welche das Coaching erfährt, steht in beträchtlichem Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Wandlungsprozessen. Wir leben im Zeitalter der Veränderungen: Die Globalisierung, immer kürzer werdende Produktezyklen und ein enorm beschleunigter Wissenszuwachs verlangen vom Einzelnen, von Teams und von Organisationen die Bereitschaft, sich auf permanenten Wandel einzulassen.

Treffend sagt Rolf Dobelli: „Das richtige Leben ist kein Zustand, sondern ein ständiges Nachkorrigieren.“

Meine eigenes Verständnis untermauert diese Aussage: Veränderungen sind heutzutage als alltäglich und normal zu werten.

Der anhaltende Coachingboom ist die Antwort auf die Veränderungskultur unserer Zeit.

Die steigende Komplexität und Beschleunigung haben den Arbeitsalltag verändert. Erwartet werden Flexibilität, Individualität, Entschlusskraft und Selbstverantwortung. Die Fähigkeit zur kooperativen und erfolgreichen Teamarbeit wird vorausgesetzt. Ebenso die Interaktion, sowie eine gelingende Kommunikation und Beziehungsgestaltung. Hohe Anforderungen in einer Welt, welche auch virtuell und vor allem interkulturell ist und immer mehr wird!

Durch Coaching die Innenansicht stärken und neu ausbalancieren

Coaching hat unter anderem die Aufgabe, die Innensicht des Kunden zu stärken. Jeder Mensch fängt bei sich selbst an. Es geht um eigene Begabungen, Talente, Fähigkeiten, Kräfte und Möglichkeiten. Es geht um die ureigenen Kennzeichen. Und vor allem darum, sich selbst zu mögen. Die Ich-Stärkung und besonders die Förderung der (Selbst-) Reflexionsfähigkeit sind wichtige Aspekte in einem Coaching-Prozess. Coaching unterstützt aber auch die Resilienz (psychische Widerstandskraft und die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen), welche in dieser beschleunigten Zeit zu einem Dauerthema geworden ist.
Immer und immer wieder gilt es neu auszubalancieren und selbstverantwortlich zu handeln. Dass der moderne Mensch in diesen Bemühungen immer wieder Grenzen erlebt, ist klar und verständlich. Der Coachee ist sich der Hilfe bewusst, welche ein professionelles Beratungssetting bieten kann. Dass viele Situationen durch den Aussenblick und ein professionelles Beratungsgespräch schneller präzisiert und erfasst werden können. Ebenso wird ein „lebenslanges Lernen“ gezielt gefördert.

Coaching ist Prozessberatung

Coaching ermöglicht, dass Ressourcen des Coachees gezielt genutzt werden können. Dies setzt die aktive Beteiligung des Ratsuchenden voraus. Anwendbare und bewährte Vorgehensweisen werden durch Theorie- und Methodenvielfalt unterstützt. Dies mit dem Ziel, Fragen bestmöglich zu erfassen und zu bearbeiten.

Urs R. Bärtschi entwickelte in mehrjähriger Arbeit das Testverfahren «Grundrichtung der Persönlichkeit». Das GPI-Modell wird sehr erfolgreich im Einzelcoaching, in der Führungskräfte- und Teamentwicklung eingesetzt und wurde durch das Sachbuch „Ich bin mein eigener Coach“ einer breiten Bevölkerung bekannt. Zweimal in Folge, 2014 und 2015, wurde das Coaching-Buch mit dem sechsten Rang der Wirtschaftsbücher ausgezeichnet.

Dies verdeutlicht den Trend, dass der Mensch auf seine individuellen Stärken und Möglichkeiten setzen und sein Potenzial ausschöpfen will. Das Buch mit motivierenden Praxisbeispielen und Hilfestellung verhilft dazu, innere Überzeugungen, Dialoge und damit verbundene Selbstsabotagen zu reflektieren und der Leser wird in konstruktiver Weise zur Veränderung angeleitet.

Die vier Grundrichtungen erklären das innere Team

Schon Goethes Faust klagte: „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust!“ Speziell in Entscheidungssituationen wirbelt uns der Kopf von Gedanken. Die unterschiedlichsten Stimmen treiben an und raten uns mal dies, mal das. In diesen Situationen lohnt es sich, das „innere Team“ genauer anzuschauen. Es hilft bei der Selbstklärung, wenn Sie alle inneren Stimmen identifizieren und diese wie Mitglieder eines Teams behandeln. Die geschäftige, der konsequente, die freundliche oder die selbstbestimmte Stimme! Welches sind die lauten, oder die schnellen, welches die ruhigen oder wispernden Stimmen? Welche Grundrichtung hat viel Raum auf der inneren Bühne? Welche ist der Schiedsrichter und welche ist immer mal wieder der Rebell? Jeder Mensch hat unterschiedliche Ausprägungen und Konstellationen, deshalb gilt es die eigenen Anteile zu erkennen.

Immer wieder eintreffende Leserbriefe verdeutlichen den persönlichen Gewinn: «Ich habe mich in Ihrem Buch eindeutig als "Gemütlich" identifiziert und mich endlich wiedergefunden in meinem Bedürfnis nach Autonomie, Zeit für mich und Lebensfreude! Nun verstehe ich, warum mir die berufliche Karriere nur im Berufseinstieg wichtig war. Vielmehr leitet mich "meine Ruhe" und die Selbstbestimmung.»

Empathie und Dissonanz = eine tragfähige Beratungsbeziehung

Grosse Empathie (Einfühlungsvermögen) und ein hohes Ausmass an Kompetenz und Wertschätzung sind Grundlagen für die Arbeitsbeziehung zwischen Coach und Kunde. Präzises Verstehen gehört zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. Eine Beobachtung, welche bereits Sigmund Freud formulierte, ist die Übertragung. Dies im Verständnis, dass keine Interaktion auf neutralem Boden geschieht. Jedes Handeln ruft eine Resonanz hervor. Dieses Wissen setzt eine hohe Beratungs- und Sozialkompetenz beim Coach voraus.

Es ist Aufgabe des Coaches, die Beratungsbeziehung professionell zu gestalten und das Mitschwingen von Gedanken und Gefühlen wahrzunehmen. Dieses einfühlende Verstehen und das Mitschwingen, bzw. das Wahrnehmen der Übertragungen sind bedeutend.

Ein Alltagsbeispiel: Schlägt sich der Nachbar mit dem Hammer auf den Finger und Sie stehen unmittelbar daneben, leiden Sie mit. Warum? Weil Sie den Schmerz selbst spüren und das Ereignis unangenehme Gefühle in Ihnen selbst auslöst. Diese Übertragungen sind im Beratungskontext nicht hilfreich, da sie die Gefahr bergen, dass der Coach blockiert oder beeinflussbar wird.

Vom Profi lernen – so coacht Urs R. Bärtschi

„Ich weiss nicht, was ich gesagt habe, bevor ich nicht die Antwort des anderen darauf gehört habe“, sagte Norbert Wiener, Begründer der Kybernetik treffend.

Welchen Satz, welches Wort oder welchen Gedanken der Coachee aufgreift, verinnerlicht und vertieft, kann ich nicht wissen. Erst durch die Rückmeldung und die Selbstformulierung entsteht Klarheit. Immer wissend: „Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht“ (Hermann Hesse).

Präzise Ergebnisse durch gezielte Fragen. Der Coach hört dem Coachee aufmerksam zu und stellt gezielte Fragen, um zu einem optimalen Ergebnis zu kommen. Deshalb gilt die Grundregel: Die Lösung liegt im Gegenüber selbst!

Auch muss der Coach nicht alles verstehen. Hauptsache, der Kunde nähert sich seiner Lösung an und kann im Alltag gezielte Schritte tun. Die lösungsorientierte Vorgehensweise wurde in den 1980ger-Jahren durch  Steve de Shazer und Insoo Kim Berg populär. In meinem Gesprächsalltag hat diese Methode eine grosse Bedeutung. Ich stelle Fragen, welche für den Coachee nützlich sind, d.h. vor allem Fragen, die er sich nicht bereits selbst gestellt hat. Dies mit dem Ziel, den gedanklichen Rahmen des Kunden zu erweitern.

Kompetenzerwerb: Auseinandersetzung und gezielte Verbesserung

Coaching steht im Fokus der Forschung. Die kritische Auseinandersetzung, wie auch die gezielte Verbesserung sind Dauerthemen. Die für ein Coaching erforderlichen Kompetenzen werden in aller Regel im Rahmen einer berufsbegleitenden Weiterbildung erworben. Die Qualitätssicherung geschieht durch eine Mitgliedschaft in renommierten Coachingverbänden und ist unerlässlich. Auch der zeitliche Umfang für eine gute Basisqualifizierung ist bei 150 Ausbildungsstunden festgelegt. Die Schweiz hat in Europa eine Vorreiterrolle. Seit 2014 können Beratungsformate mit staatlich anerkannten Prüfungen absolviert werden. (z.B. Betriebliche/r Mentor/in FA).