Leadership ohne Followship ist ein Ding der Unmöglichkeit

Monique R. SiegelSchweizer Unternehmensberaterin

Fünf Träger eines robusten Coaching-Konzepts

Oder: die Wirkungskraft der Individualpsychologie. Individualpsychologisches Coaching nach Alfred Adler

Die Individualpsychologie nach Alfred Adler durchzieht den Studiengang für angewandtes Coaching sowie die Weiterbildung zum betrieblichen Mentor FA wie ein roter Faden.

Dafür gibt es gleich mehrere Gründe:

  • Die Individualpsychologie hat ihre Tauglichkeit in rund 100 Jahren praktischer Anwendung mehr als bewiesen. Dies ist mir wichtig, denn ich lege Wert auf eine belastbare Arbeitsgrundlage.
  • Alfred Adler sagt: «Der Mensch weiss mehr als er versteht.»[1]

Die Individualpsychologie versteht demzufolge den Menschen im Grundsatz kompetent in seinem Leben. Gelegentlich gerät dieser ins Stocken, weil ihm eine Information fehlt, ein neuer Gedankengang oder die Idee von einer Lösung.

  • Die Individualpsychologie ist zudem in der Lage, menschliches Handeln und Reaktionen schlüssig zu erklären.

[1] Alfred Adler, Sinn des Lebens, S. 123

Leadership ohne Followship ist ein Ding der Unmöglichkeit

Monique R. SiegelSchweizer Unternehmensberaterin

Das Merkmal einer individualpsychologischen Grundhaltung

In unseren Ausbildungsgängen legen wir Wert auf eine pragmatische Einführung in das Gedankengebäude und die Methodik der Individualpsychologie. Unsere Teilnehmer machen sich mit den passenden Coachings-Tools vertraut, die sie in ihrem Arbeitsalltag direkt einsetzen können.

Noch viel wichtiger ist jedoch, sich eine individualpsychologische Grundhaltung anzueignen. Diese ist von Neugier geprägt: Neugier auf den Kunden und seinen ganz eigenen Entwicklungsprozess.

Alfred Adler war seiner Zeit voraus. Ich stimme Paul Watzlawick voll und ganz zu, der in seinem Klassiker «Anleitung zum Unglücklichsein» schrieb:

«Alfred Adler: Sein Werk, dessen Wiederentdeckung überfällig ist.»

Erfahren Sie im Folgenden mehr darüber, was die Individualpsychologie so wirkungsvoll macht:

Die fünf zentralen Merkmale der Individualpsychologie

1. Individuell und gemeinschaftlich. Realistisch und optimistisch

Das individualpsychologische Beratungsverständnis

Der Mensch benötigt Informationen und Wissen, um sein Leben positiv zu gestalten. Die Individualpsychologie versteht sich in Anlehnung daran als bildendes Modell.

Sie bezieht Werte, Ziele und Einstellungen eines Kunden in ihre Überlegungen ein und spürt dabei den Ergebnissen und Folgen nach. Ihre Haltung ist jedoch teleologisch verstehend, nicht kausal erklärend.

Die Individualpsychologie betrachtet den Menschen als frei und selbstbestimmt, nicht als determiniert von seinem persönlichen Erbe oder der Aussenwelt.

Jeder Mensch entwickelt im Verlauf seines Erwachsenwerdens eine innere Logik. Dieser Logik entsprechend verfolgt er seine Ziele. Manchmal jedoch erweisen sich diese Ziele als überkommen und behindernd. Im Beratungsprozess macht der Coach seinem Kunden dessen Streben, Handeln wie auch die selbst errichteten Mauern immer wieder bewusst.

Die Individualpsychologie folgt einem bewusst gewählten Optimismus, da Pessimismus den Beratungsprozess behindert, wenn nicht gar verhindert.

Sie verdeutlicht die Folgen des eigenen Handelns auf der zwischenmenschlichen Ebene und fragt insofern nach dem sozialen Zusammenhang.

Sie fokussiert auf die Stärken eines Kunden. Sie lässt ihn seine Schwächen umgehen und sucht die Stärke in der Schwäche.

Die Individualpsychologie sieht den Einzelnen als Teil seines Systems von Mitmenschen. Ein gut entwickeltes Gemeinschaftsgefühl gilt als Massstab für psychische Gesundheit, das mit der Selbstentfaltung in Einklang steht.

2. Der Kunde – fragend und fähig zugleich

Das Prinzip der Selbstverantwortung in der Individualpsychologie nach Alfred Adler

Die Individualpsychologie traut dem Menschen sehr viel Eigenverantwortung zu. Ihr Begründer Alfred Adler verstand seine ärztliche Intervention als Lernprozess für den Patienten.

«Man soll sich strikt daran halten, die Behandlung und Heilung nicht als Erfolg des Beraters, sondern als Erfolg des Klienten zu sehen. Der Berater kann nur die Irrtümer zeigen, der Patient muss die Wahrheit lebendig machen.»[1]

Unermüdlich betonte Alfred Adler die soziale Gleichwertigkeit der Menschen. Auch im Beratungsprozess sind Kunde und Berater gleichwertig. Der Berater ist Fachmann für Lebensfragen. Der Kunde der Fachmann für die Fragen seines persönlichen Lebens.

Der Kunde begibt sich zu einem Therapeuten, psychosozialen Berater oder individualpsychologischen Coach, da er ihm grosses Wissen zutraut. Daraus leitet sich für diesen ein berufliches Führungsrecht ab und er sieht darauf, dem Kunden immer ein Stück voraus zu sein.

[1]  Alfred Adler, Praxis und Theorie der Individualpsychologie

3. Vom Suchen zum Sehen

Der Auftrag der individualpsychologischen Beratung

Die Philosophie der Prozessberatung geht davon aus, dass ein Kunde die Lösung bereits kennt, sich ihrer jedoch nicht bewusst ist. Der Coach gestaltet den Beratungsprozess deshalb so, dass der Kunde die Lösung seines Problems selbst erarbeitet und in der Praxis realisiert. Kurz und gut: Die Prozessberatung gibt Hilfe zur Selbsthilfe.

Der Mitbegründer der Schweizer Gesellschaft für Individualpsychologie und Mitinitiant des Alfred-Adler-Institutes (AAI) in Zürich Victor Louis beschreibt die Rolle des Beraters so:

«Der Klient beantwortet die Fragen des Psychotherapeuten und gibt sich eigentlich selbst Antwort auf die Fragen, die er sich immer wieder gestellt hat, ohne sie beantworten zu können, da ihm die Zusammenhänge unbewusst blieben.»[1]

Aus dem Grund führen individualpsychologische Beratungsprozesse in der Regel dazu, dass dem Kunden das Unbewusste bewusst wird. Dies ist wichtig, weil die Tiefenpsychologie davon ausgeht, dass unbewusste Prozesse das menschliche Denken, Fühlen und Handeln nachhaltig beeinflussen.

Das Sich-Bewusstmachen unbewusster Vorgänge ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass der Kunde sein Leben willentlich gestaltet – frei von inneren Programmen, die zuvor im Verborgenen die Steuerung seines Lebens übernommen hatten.

Das innere Programm eines Menschen wird in seinem Lebensstil erkennbar. Es ist wie ein roter Faden, der durch das Leben des Menschen geht und ihn zu den immer gleichen Verhaltensweisen führt. Der Lebensstil schliesst die Lebenshaltung eines Menschen ein, ebenso wie seine Persönlichkeit, Kommunikation, Körpersprache, Verhalten und Glaubenssätze, die seinem Leben Plan und Richtung geben. Dieser Plan ist in der Regel unbewusst und entfaltet seine Wirkung in allen alltäglichen Handlungen.

[1] Victor Louis, Individualpsychologische Psychotherapie, S. 54

4. Verantwortung. Bewusstheit. Mut.

Die prägende Kraft der Wiener Psychologie

Zwischen 1902 und 1911 gehörte Alfred Adler der Mittwochsgesellschaft Sigmund Freuds an. Zu Beginn trafen sich fünf Ärzte, später wuchs der Kreis an.

Das grosse Verdienst Sigmund Freuds liegt darin, dass er das Unbewusste des Menschen erkannte. Häufig wird es verdrängt. Freud fand heraus, dass es den Klienten entlastet, wenn er das Unbewusste und Verdrängte aussprechen darf, ohne dass es der Therapeut bewertet. In seiner distanzierten Art fiel es Freud leicht, eine neutrale Rolle einzunehmen. Sein Setting mit Couch, ohne Augenkontakt zum Klienten unterstütze diese Therapie.

Im Vergleich zu Sigmund Freud bedeutet das Weltbild Alfred Adlers einen Quantensprung an persönlicher Freiheit: Nach der Vorstellung Alfred Adlers hat der Mensch einen freien Willen und ist keineswegs bestimmt von seinen Trieben.

Mit der Freiheit geht allerdings Verantwortung einher. Adler formulierte dazu das individuelle Bewegungsgesetz. Alternativ verwendete er die Begriffe Lebensstil oder Lebensmelodie. Dabei formulierte er als Erster eine Ich-Psychologie, die dem Vertrauen in die eigene Kraft eine grosse Bedeutung beimass. Er sagte:

«Mutige Kinder werden auch später ihr Schicksal nicht von aussen erwarten, sondern von ihrer eigenen Kraft.»[1]

Seit den 1980er Jahren erleben wir in der Psychologie ein Revival dieser Haltung unter der Überschrift «Selbstwirksamkeitserwartung».

[1]  Alfred Adler, Persönlichkeit und neurotische Entwicklung: Frühe Schriften (1904–1912), Vandenhoeck & Ruprecht, 1. Aufl. 2007, S. 33

5. Bedingungslose Wertschätzung

Der zentrale Wirkfaktor in der Individualpsychologie

«Jeder Mensch kann alles, solange er sich selbst keine Grenzen setzt»,

postulierte Alfred Adler. Sein Optimismus und die Betonung der Selbstverantwortung unterstreicht die Eigenverantwortung des Menschen und seine Möglichkeiten der Entfaltung. Adler legte Wert auf die «Ermutigung zum Gemeinschaftsgefühl» und setzte Mut mit Aktivität und Gemeinschaftsgefühl gleich[1].

Ermutigung und Wertschätzung sind Grundpfeiler der individualpsychologischen Beratung. Dies geschieht im Wissen darum, dass jeder Mensch wertvoll ist, wie er ist. Echte Ermutigung ist daher immer bedingungslos und macht Mut zum nächsten, überschaubaren Schritt.

In seinem Buch «Individualpsychologische Psychotherapie» hat Louis auf die Primärliteratur von Alfred Adler, Oskar Spiel, Erich Wexberg, Fritz Künkel und anderen zurückgegriffen. In seinem Buch arbeitet er die Methodik der Individualpsychologie heraus. Es wurde zum Standardwerk seiner Vorlesungen. Leider ist es vergriffen.

Erfahren Sie mehr zur Praxis der Individualpsychologie. Hier weiterlesen!

[1]  Ansbacher, Alfred Adlers Individualpsychologie: Eine systematische Darstellung seiner Lehre in Auszügen aus seinen Schriften, S. 318

In unseren Ausbildungsgängen legen wir Wert auf eine pragmatische Einführung in das Gedankengebäude und die Methodik der Individualpsychologie. Noch viel wichtiger ist jedoch, sich eine individualpsychologische Grundhaltung anzueignen. Diese ist von Neugier geprägt! 

Erfahren Sie mehr zur Praxis der Individualpsychologie. Hier weiterlesen – Coaching braucht Psychologie!

Selbst Coach werden? Hier finden Sie alle Informationen zur meistbesuchten Coaching-Ausbildung in der Schweiz.

So arbeiten wir: gut strukturiert und mit Fokus

Während des ganzen Prozesses konzentrieren wir uns auf Ihre Ziele und die Ergebnisse, die Ihnen wichtig sind.

Angebote

  • Executive Coaching für Führungskräfte
  • Start-up-Coaching bei Firmengründungen
  • Management-Coaching für Teamleiter
  • Personal Coaching / Life Coaching für Einzelpersonen
  • Interview-Coaching bei Bewerbungstraining
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Über mich

Menschenliebe, Fachkompetenz und Erfahrungswissen

In den vergangenen 20 Jahren habe ich über 4000 Coachinggespräche geführt und mir eine breite Methoden- und Prozesskompetenz erarbeitet. Auf diese greifen Sie in der Zusammenarbeit mit mir zurück; ebenso auf meine tiefe Freude an einer persönlichen, intensiven und fruchtbaren Zusammenarbeit.

Qualifiziertes Business-Coaching baut auf erprobten Methoden und Arbeitstechniken auf. Ein gut gefüllter psychologischer Werkzeug-Koffer, Praxis erprobte Coaching-Tools ermöglicht es Ihnen in kürzester Zeit gute, nachhaltige Schritte zu gehen. «Sich verstanden fühlen» ist wichtig. Coaching-Kompetenz fällt nicht vom Himmel.

Sie profitieren von meiner fundierten Ausbildung (Coach mit eidg. Diplom HFP und Berater im psychosozialen Bereich mit eidgenössischem Diplom HFP) und meiner kontinuierlichen Coaching-Praxis.

Menschen zu befähigen, zu ermuntern und zu begleiten, dass sie ihre Ziele erreichen – das motiviert mich jeden Tag.

Was Sie ausserdem von mir wissen sollten

Ich …

  • bin Gründer, Inhaber und Geschäftsführer der Coachingplus GmbH.

  • habe ich mich im Business-Coaching auf die Laufbahnberatung, Persönlichkeitsentwicklung und Führung fokussiert

  • bin seit über 20 Jahren Coach

  • habe seit dem Jahr 2000 im Rahmen des 10-tägigen Coaching-Studiengangs bzw. Coachingplus viele Personen zum dipl. Coach SCA ausgebildet. Der Studiengang bereitet zudem seit 2015 auf die Prüfung zum «Betrieblichen Mentor FA» vor.

Ein Business Coaching hilft sich persönlich weiterzuentwickeln. Ein entscheidender Impuls für Ihre Karriere! Sie erreichen mich am einfachsten per E-Mail. Gerne rufe ich Sie zurück.

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