Das GPI®-Modell – Persönlichkeit verstehen und entwickeln

Der GPI® Persönlichkeitstest basiert auf dem GPI®-Modell (Grundrichtungen der Persönlichkeit) von Ruth Bärtschi und Urs R. Bärtschi. Dieses Persönlichkeitsmodell wird im Coaching und in der Beratung eingesetzt, um individuelle Verhaltensmuster, Motive und persönliche Entwicklungsfelder besser zu verstehen.

Im Unterschied zu bekannten Persönlichkeitstests wie dem DISC personality test oder dem Myers–Briggs Type Indicator geht der GPI®-Test stärker auf die psychologischen Hintergründe unseres Handelns ein. Ziel ist nicht nur eine Beschreibung von Persönlichkeit, sondern vor allem die Förderung von Selbstreflexion, persönlicher Entwicklung und Autonomie.

Was ist das GPI®-Modell?

Das GPI®-Modell beschreibt Persönlichkeit anhand von vier grundlegenden Orientierungen oder „Grundrichtungen“. Diese zeigen, welche Motive, Werte und Denkweisen das Verhalten eines Menschen prägen.

Im Coaching hilft der GPI® Persönlichkeitstest, typische Handlungsmuster zu erkennen und bewusst zu reflektieren. Dadurch können Menschen besser verstehen:

  • warum sie in bestimmten Situationen auf eine bestimmte Weise reagieren
  • welche persönlichen Stärken ihr Verhalten prägen
  • welche Stressmuster oder Übertreibungen entstehen können

Das Ziel des GPI®-Modells ist es nicht, Menschen in feste Typen einzuteilen, sondern ihnen zu helfen, mehr Handlungsspielraum und Selbststeuerung zu entwickeln.

Die psychologische Grundlage des GPI®-Tests

Der GPI® Persönlichkeitstest basiert auf der Individualpsychologie von Alfred Adler. Diese psychologische Schule geht davon aus, dass sich Persönlichkeit früh im Leben entwickelt und durch ein individuelles „Lebensskript“ geprägt wird.

Dieses Lebensskript entsteht aus frühen Erfahrungen, Überzeugungen und Anpassungsstrategien. Viele unserer heutigen Reaktionsmuster lassen sich auf diese frühen Prägungen zurückführen.

Das GPI®-Modell macht diese Muster sichtbar und unterstützt Menschen dabei, sie bewusst zu reflektieren. Im Coaching kann daraus ein wichtiger Prozess entstehen:

Menschen lernen, ihre bisherigen Muster zu verstehen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Unterschiede zwischen GPI®, DISG und MBTI

Viele bekannte Persönlichkeitstests konzentrieren sich vor allem auf beobachtbares Verhalten oder kognitive Präferenzen. Der GPI® Persönlichkeitstest verfolgt einen anderen Ansatz.

Die wichtigsten Unterschiede:

Individualpsychologische Basis
Während DISG hauptsächlich Verhalten beschreibt und MBTI kognitive Präferenzen analysiert, basiert der GPI®-Test auf einer tiefenpsychologisch geprägten Persönlichkeitstheorie.

Fokus auf Entwicklung statt Etikettierung
Viele Tests ordnen Menschen einer festen Kategorie zu, etwa „roter Typ“ im DISG oder ein bestimmter MBTI-Typ wie INFJ. Das GPI®-Modell versteht Persönlichkeit dagegen als dynamisches System. Die vier Grundrichtungen können bewusst gestaltet und weiterentwickelt werden.

Werte- und Sinnorientierung
Der GPI®-Test betrachtet nicht nur Verhalten, sondern auch die Werte und inneren Motive dahinter. Dabei wird auch die „Schattenseite“ von Stärken sichtbar – etwa Perfektionismus als mögliche Kehrseite von Konsequenz.

Kompakte Struktur
Im Vergleich zu wissenschaftlichen Persönlichkeitsmodellen wie den Big Five personality traits mit zahlreichen Facetten ist das GPI®-Modell bewusst kompakter aufgebaut. Dadurch lässt es sich besonders gut in Coaching-Gesprächen und in der persönlichen Reflexion anwenden. Ein Vergleich dieser drei Testverfahren:

Vergleichstabelle GPI®, DISG und MBTI im Vergleich

Merkmal GPI® DISG MBTI
Grundlage Individualpsychologie Verhaltensmodell Typenmodell
Fokus Persönlichkeitsentwicklung Verhalten im Alltag Denk- und Wahrnehmungspräferenzen
Ziel Autonomie und Selbstreflexion Kommunikation und Teamdynamik Selbstverständnis
Einsatz im Coaching sehr gut geeignet häufig im Training eher Persönlichkeitsanalyse

Die beiden erwähnten Testverfahren werden oft mit den folgenden Namen genannt: DISC personality test und Myers–Briggs Type Indicator

Warum der GPI® Persönlichkeitstest im Coaching eingesetzt wird

Der GPI®-Test wird häufig im Coaching, in der Persönlichkeitsentwicklung und in der Beratung eingesetzt. Er unterstützt Menschen dabei,

  • eigene Verhaltensmuster besser zu verstehen
  • persönliche Stärken bewusst einzusetzen
  • Stressmuster zu erkennen
  • neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln

Dadurch kann der GPI®-Ansatz helfen, langfristig mehr Selbstverantwortung, Klarheit und persönliche Autonomie zu entwickeln.

Während andere Persönlichkeitstests vor allem beschreiben, wer man ist oder wie man wirkt, versucht das GPI®-Modell zu erklären, warum man so handelt – und wie man dieses Wissen für die eigene Entwicklung nutzen kann.

Mehr über das GPI®-Testverfahren erfahren

Möchten Sie mehr über den GPI® Persönlichkeitstest, seine Anwendung im Coaching oder die Ausbildung zum GPI®-Coach erfahren? Weitere Informationen finden Sie hier

„Ich bin mein eigener Coach“  von Urs R. Bärtschi gilt als einer der profiliertesten Ratgeber im Bereich Selbstmanagement und wurde in den Jahren 2014 und 2015 unter die Top 10 der beliebtesten Wirtschaftsbücher gewählt und stellt Ihnen das Testverfahren einfach und verständlich vor. Inzwischen ist das Werk in der dritten, überarbeiteten Auflage (2020) im Springer Gabler Verlag erschienen.

Wie das GPI®-Modell in der Praxis genutzt wird

Das GPI®-Modell wurde von Ruth Bärtschi und Urs R. Bärtschi entwickelt und findet breite Anwendung im Coaching, in der individualpsychologischen Beratung sowie in der Rekrutierung und Teamentwicklung.

Darüber hinaus wird das GPI®-Testverfahren erfolgreich in Trainings und Seminaren eingesetzt. Zahlreiche Anbieter nutzen es im Rahmen ihrer Programme, nachdem sie eine entsprechende GPI®-Lizenz von Urs und Ruth Bärtschi erworben haben. Ein Beispiel hierfür ist die FH OST – Ostschweizer Fachhochschule.