Gute Fragen in einem Coaching-Gespräch

Die besten Fragen von Urs R. Bärtschi, Prüfungsexperte Betrieblicher Mentor FA / Ausbildner & Trainer

Fragen um zu verstehen

Nicht nur das, was gesagt wird, hat Bedeutung, sondern wie es gesagt wird. Hören Sie auf das, was in den Worten Ihres Kunden mitschwingt: Welche Worte wählt er? Was sagen die Bestandteile seiner Worte? Achten Sie auf Betonungen und Formulierungen, denn Sprache schafft Bewusstsein.

  • Hören Sie bewusst und ganzheitlich zu.
  • Hören Sie jedes einzelne Wort.
  • Beachten Sie die Körpersprache des Kunden.

Schaffen Sie eine positive Atmosphäre. Sorgen Sie sich um das Wohlbefinden des Kunden. Gutes Zuhören ermöglicht gute Fragen!

Fragen stellen: Lernen Sie vom Profi Urs R. Bärtschi, Coach mit eidg. Diplom

Fragen sind grundsätzlich immer situativ und aus dem Moment heraus. Allerdings gibt es generelle Fragen, die ich regelmässig brauche und Ihnen gerne vorstelle:

  • Was können Sie machen, damit ein Tag einfacher für Sie wird?
  • Wie würden Sie Ihre Situation heute beschreiben?
  • Was sollte in diesem Gespräch passieren, damit es sich für Sie gelohnt hat, heute hier in diesem Coaching-Gespräch sein?
  • Was müsste ich noch wissen, damit ich Ihre Situation verstehe?
  • Was haben Sie bisher unternommen? Was hat die Situation verbessert?
  • Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte?
  • Ein anderer Kunde hat seine Situation mal so beschrieben, wie klingt das für Sie?
  • Wie ist das vor 10 Jahren gewesen?
  • Wo stehen Sie in 3 Jahren?
  • Woran erkennen Sie, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben?

«Wenn man immer gewinnt, stellt man sich keine Fragen, auch nicht die wichtigen.»

Roger Federer, Tennisstar

Fragen, die «stören»

Coaching vollzieht sich ein einem Wechselspiel von Frage und Antwort. Auf überraschende Fragen kommt es ganz besonders an: Stellt der Coach die gleichen Fragen wie der Kunde, wird ein «Thinking out of the Box» unmöglich. Ihr Kunde braucht diese «Störmanöver» jedoch, um seinen gewohnten Denkrahmen zu sprengen. Genau das ist ja der Auftrag eines Coachings: Denkmuster zu erweitern und so zu neuen Lösungen zu finden. Im Prozess des Querdenkens löst sich der Kunde von seiner vertrauten Betrachtungsweise und nimmt einen neuartigen Blickwinkel ein.

«Ich weiss, dass ich nichts weiss. Wir haben keine Antworten, wir können nur Fragen stellen.»

Sokrates

Die Kunst der Frage

Eine hilfreiche Frage, um eingefahrene Denkmuster zu verlassen, ist diese: «Was passiert, wenn das Problem nicht gelöst wird?» Die Frage zwingt, vom gewohnten Denken abzuweichen. Zugleich eröffnet sie konstruktive Ressourcen. Es ist, als würde man am «Stau» des konventionellen Denkens vorbeifahren und sein Ziel auf den Nebenstrecken erreichen – und zwar sehr viel schneller.

Fragen sind das A und O eines geglückten Coachings:

  • Fragen dienen der Informationsgewinnung.
  • Sie öffnen den Dialog und aktivieren den Kunden,
  • befreien und schaffen Zeit zum Denken.
  • Fragen verhindern, dass aneinander vorbeigeredet wird.
  • Sie können verborgene Motive aufdecken
  • sowie heikle Situationen abfedern.

«Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt, entsteht.»

Erich Kästner

Ein Coaching-Gespräch lebt von richtigen Fragen

Ein gutes Gespräch lebt von Fragen und zwar von den richtigen Fragen zur richtigen Zeit. Nur so erhalten Sie die gewünschten Antworten und Ihr Kunde fühlt sich nicht unangenehm bedrängt. Manche Fragen sind Aussagen, die nur vorgeben, eine Frage zu sein. Beherzigen Sie bitte einige Grundregeln:

  • Fragen Sie kurz und prägnant. Dies kommt besser an als wenn Sie abschweifen und lange Schachtelsätze bilden.
  • Fragen Sie deutlich. Stellen Sie klare Fragen.
  • Lassen Sie Ihrem Gegenüber Zeit zum Nachdenken. Haben Sie Geduld und warten auf die Antwort. Gerade bei offenen Fragen ist dies sehr wichtig.
  • Vermeiden Sie Mehrfachfragen. Sie verwirren den Gesprächspartner. In der Regel führen sie dazu, dass der Gesprächspartner bewusst oder unbewusst nur eine davon beantwortet, meist die letztgenannte.

«Ob ein Mensch klug ist, erkennt man an seinen Antworten. Ob ein Mensch weise ist, erkennt man an seinen Fragen.»

Nagib Mahfuz, Ägyptischer Nobelpreisträger

Urs R. Bärtschi, Coach mit eidg. Diplom

Urs R. Bärtschi, Coach mit eidg. Diplom, Gründer der Coachingplus GmbH in Kloten. Seit 25 Jahren als Coach und Berater tätig. Als Ausbildungsleiter unterrichtet er den 10-tägigen Studiengang für angewandtes Coaching und bildet zum Betrieblichen Mentor FA aus. Die meistbesuchte Coaching-Ausbildung in der Schweiz.